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Mindestens ¼ aller Patienten, die bei ihrem Hausarzt Hilfe suchen, kann mit den üblichen schulmedizinischen Maßnahmen (Allgemeine Maßnahmen wie Lebensstiländerungen, Diät etc., physikalische Therapie, Medikamente …..) nicht zufriedenstellend behandelt werden.

Eine der wesentlichen Ursachen dafür ist, dass im medizinischen Alltag oft zu wenig bedacht wird, dass der Mensch eine Einheit aus Körper, Geist und Seele darstellt und ein Problem in einem dieser Segmente sich unweigerlich auf das andere auswirkt. So entstehen Krankheiten auch dadurch, dass Gefühle nicht wahrgenommen/nicht eingestanden oder Konflikte nicht gelöst wurden. Die so entstandenen Krankheiten können unterschiedlichste Körperregionen betreffen, einige finden sich auch im alltäglichen Sprachgebrauch wieder („sich den Kopf über etwas zerbrechen“ Kopfschmerzen; „davor habe ich Schiss“ Durchfall bei schwierigen Situationen; „das liegt mir schwer im Magen“ Magenschmerzen). Es können aber durchaus auch Asthma-Anfälle oder Bewusstseinsstörungen („Psychogene Ohnmacht“) auftreten.

Es lohnt sich also, nicht nur den Körper eines Patienten gut zu untersuchen (dies geschieht meist in ausreichender Weise), sondern ihn in seiner Gesamtheit wahrzunehmen – also auch seine Lebensumstände (Arbeit, soziales Umfeld wie Familie, Freunde etc.) zu beachten. Was stresst – was wird eher als unterstützend erlebt? Das Ziel einer psychosomatisch orientierten Behandlung besteht also darin, dass der Patient lernt, diese Zusammenhänge zu erkennen und danach zu handeln.

Der typische psychosomatische Patient ist jener, wo es nach umfangreichen Untersuchungen heißt: Die Befunde sind in Ordnung – Sie sind gesund. Damit ist dem Patienten aber nicht geholfen, denn die Beschwerden/Schmerzen sind ja vorhanden. Manchmal finden sich auch geringfügige organische Veränderungen, die den Schweregrad der Beschwerden aber nicht erklären können. In beiden Fällen sollte man nun die Aufmerksamkeit auf die seelisch-geistige Ebene verlagern und sich auf die Suche nach Stressfaktoren begeben.

Im stationären Bereich wurde hier in Österreich in den letzten Jahren viel erreicht – so wurden mehrere entsprechend ausgerüstete Kliniken gegründet, der ambulante Sektor hinkt da noch etwas nach. Das Netzwerk „Psychosomatik“ unterstützt psychosomatisch orientierte Ärzte wie mich bei ihrer täglichen Arbeit und bietet darüber hinaus auch Informationen für Patienten an.